100 Jahre Patenschaft zwischen Kreis Pinneberg und Hadersleben
Delegation aus Pinneberg im „Haderslev Hus“ im Austausch mit dem Bundes Deutscher Nordschleswiger und Minderheitenbeauftragten Johannes Callsen

Zum 100-jährigen Bestehen der Patenschaft für die „Deutsche Volksgruppe in Hadersleben und Umgebung“ ist eine Delegation aus dem Kreis Pinneberg nach Hadersleben gereist. Insgesamt 18 offizielle Akteure machten sich auf den Weg in die dänische Stadt. Dort trafen sie im „Haderslev Hus“, dem früheren Bürgerverein, auf zahlreiche Mitglieder des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), der Organisation der deutschen Minderheit in Dänemark mit diversen Ortsvereinen und kulturellen Angeboten. Einige von ihnen begleiten die Patenschaft seit Jahrzehnten aktiv.
Die Ortsvorsitzende Sabina Wittkop-Hansen begrüßte den Pinneberger Kreispräsidenten Helmuth Ahrens, seine Stellvertreterin Sabine Schaefer-Maniezki, mehrere Kreistagsabgeordnete sowie Künstler und Mitglieder des Heimatverbandes des Kreises Pinneberg. Der Minderheitenbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein, Johannes Callsen, sagte dazu: „Solche Verbindungen sind wertvoll und sollten unbedingt gepflegt werden“.
Kreispräsident Ahrens hielt eine Rede, in der er unter anderem auf seinen Vorgänger Burkhard E. Tiemann Bezug nahm. Tiemann pflegt seit 23 Jahren enge Kontakte zur deutschen Minderheit in der Kommune Hadersleben. In seiner Ansprache blickte Ahrens zudem kurz auf die Geschichte der Patenschaft zurück. Er erinnerte daran, dass der damalige Pinneberger Landrat Gustav Niendorf 1926 die Patenschaft auf den Weg gebracht habe. Niendorf habe zuvor 1907 und 1912 für den Deutschen Reichstag im Wahlkreis Hadersleben-Sonderburg kandidiert und dadurch Hadersleben gut gekannt. Nach der neuen Grenzziehung 1920 sei es zur Trennung zwischen der deutschen und der dänischen Bevölkerung gekommen. Am Heisagger Strand erinnere bis heute das „Pinneberg-Heim“ an diese Verbindung.
Ahrens freute sich außerdem, den 92-jährigen ehemaligen Schulleiter der Deutschen Schule Hadersleben und legendären Ruderer Dieter Hallmann, die derzeitige Schulleiterin Heike Henn-Winkels, den langjährigen Vizepräsidenten der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten, Gösta Toft, und Stadtrat Carsten Leth Schmidt kennenzulernen.
Nach der Vorstellung der Pinneberger Gäste, die Ahrens’ Vorgänger Tiemann übernahm, ging es zu einer Frokost. Im Anschluss führte Kim Bjerregaard die Gruppe durch Hadersleben. Die Teilnehmenden zeigten sich beeindruckt vom Charme und der historischen Entwicklung der im Vergleich zu Elmshorn und Pinneberg beschaulichen Stadt.
Das Treffen endete in der Deutschen Schule mit einem Rundgang durch die Einrichtung. Danach wurde gegrillt, und es wurden zahlreiche Kontakte geknüpft. Dabei tauschten sich unter anderem Annette Schlapkohl vom Pinneberger Heimatverband, Martin Musiol, Vorsitzender der Pinneberger Künstlergilde, und Gunnar Werner, Schul- und Kulturausschussvorsitzender des Pinneberger Kreistages, mit Karin Baum vom Flensburg Fjord Kunst og Kulturforening, mit Künstlern aus Hadersleben sowie mit Vertreterinnen der Deutschen Schule aus.
Die Patenschaft zwischen dem Kreis Pinneberg und Hadersleben besteht seit 100 Jahren. Kreispräsident Ahrens und sein Vorgänger Tiemann waren sich einig, dass sie mit mehr Leben gefüllt und die gegenseitigen Kontakte vertieft werden sollten.
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