Pinneberger Bürgerrat nimmt Arbeit zur Klimafolgenanpassung auf

Rund 30 ausgeloste Bürgerinnen und Bürger beraten in vier Sitzungen über Maßnahmen für die Stadt

Bürgermeister Thomas Voerste (von links), Bürgervorsteherin Natalina di Racca-Boenigk, Rabea Koss (Gesellschaft für Klima und Demokratie e.V.) und Milan Bogojevic (Stadt Pinneberg) bei den vier Sitzungen des Pinneberger Bürgerrats.
Bürgermeister Thomas Voerste (von links), Bürgervorsteherin Natalina di Racca-Boenigk, Rabea Koss (Gesellschaft für Klima und Demokratie e.V.) und Milan Bogojevic (Stadt Pinneberg, Klimagerechte und nachhaltige Stadtentwicklung) sind gespannt auf die vier Sitzungen des Pinneberger Bürgerrats.Foto: pinneberg.deBild 1 von 2

Der Pinneberger Bürgerrat zum Thema Klimafolgenanpassung nimmt am Freitag, 11. September, seine Arbeit auf. Rund 30 per Losverfahren ausgewählte Bürgerinnen und Bürger kommen dann erstmals zusammen. Bis Ende September beraten sie in insgesamt vier Sitzungen darüber, welche Maßnahmen die Stadt zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels umsetzen sollte.

Über einen Teil der Ergebnisse könnte parallel zur Landtagswahl 2027 in einem Bürgerentscheid abgestimmt werden. Die Ergebnisse eines solchen Bürgerentscheids wären verbindlich. Die finale Entscheidung über die Durchführung liegt bei der Ratsversammlung.

Rund 30 Menschen bilden ein „Mini-Pinneberg“

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Bürgerrates wurden per Losverfahren aus dem Melderegister der Stadt ausgewählt. Dafür wurden 1.500 Pinnebergerinnen und Pinneberger angeschrieben. 279 reagierten auf das Anschreiben, 154 Menschen sagten schließlich zu. Das entspricht einer Zusage-Quote von 10,2 Prozent.

Aus diesen Rückmeldungen wurde der Bürgerrat so zusammengestellt, dass er im Hinblick auf Alter, Geschlecht, Bildungsabschluss und Migrationshintergrund ein „Mini-Pinneberg“ darstellt. Die Stadtgesellschaft wird damit im Kleinen abgebildet.

Bürgervorsteherin Natalina di Racca-Boenigk wird die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Freitag gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Voerste begrüßen.

Vier Sitzungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Der Bürgerrat trifft sich an zwei Wochenenden im September zu insgesamt vier Sitzungen. Während der Beratungen stehen dem Gremium Fachleute beratend zur Seite.

Zur Auftaktsitzung am 11. September wird Meteorologe Frank Böttcher einen Input zu den Folgen des Klimawandels in Norddeutschland und Pinneberg geben. Am Folgetag stellt das Zentrum für Energie, Bauen, Architektur und Umwelt GmbH (zebau) seine Analysen zur Betroffenheit Pinnebergs durch Klimawandelfolgen vor. Das Büro arbeitet derzeit für die Stadt an einem Klimaanpassungskonzept.

Am zweiten Sitzungswochenende vom 25. bis 26. September führt der Bürgerrat seine bisherigen Überlegungen zusammen und formuliert daraus konkrete Empfehlungen. Nach einer fachlichen und juristischen Prüfung soll über einen Teil davon parallel zur Landtagswahl am 20. April 2027 in einem Bürgerentscheid abgestimmt werden.

Teil eines Modellprojekts

Der Pinneberger Bürgerrat ist Teil des Modellprojekts „Klima trifft Kommune“, das von der Gesellschaft für Klima und Demokratie e.V. und Mehr Demokratie e.V. organisiert und durchgeführt wird. Die Verbindung von kommunalen Bürgerräten mit anschließenden verbindlichen Ratsreferenden wird als deutschlandweit neu beschrieben.

Die Ratsversammlung hatte die Teilnahme Pinnebergs im Oktober 2024 beschlossen. Gefördert wird das Projekt von der Robert Bosch Stiftung und der Deutschen Postcode Lotterie. Neben Pinneberg sind auch Flensburg, die Hansestadt Osterburg (Altmark) und der Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf Modellkommunen des Projekts.

Weitere Informationen

Weitere Informationen sind unter www.klimatrifftkommune.de und www.pinneberg.de/politik/buergerbeteiligung/buergerrat abrufbar.

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