Nordwall in Schleswig: Danewerk-Bereich wird neu gestaltet

Neue Wege, Infopunkte und Aufenthaltsflächen sollen die historische Bedeutung besser sichtbar machen; Fertigstellung voraussichtlich im November 2026

Nordwall in Schleswig: Danewerk-Bereich wird neu gestaltet
Nordwall in Schleswig: Danewerk-Bereich wird neu gestaltetFoto: schleswig.deBild 1 von 5

Am Nordwall in Schleswig wird derzeit das Umfeld eines wichtigen Abschnitts des Danewerks neu gestaltet. Mit den Arbeiten will die Stadt die historische Bedeutung des archäologischen Denkmals sichtbarer machen und den Bereich für Besucher besser erlebbar gestalten. Der Nordwall gehört zu den frühen Ausbauphasen des Danewerks und wurde nach Angaben der Stadt bereits im Jahr 737 n. Chr. als Erdwall mit Palisadenfront und Graben errichtet.

Das archäologische Flächendenkmal Haithabu und Danewerk wurde 2018 von der UNESCO als Welterbe anerkannt. Der 1,5 Kilometer lange Nordwall liegt auf dem Gebiet der Wikingerstadt Schleswig und erstreckt sich zwischen dem Dannewerker See und den Niederungen des Burgsees, der heute die Insel von Schloss Gottorf einschließt.

Mehr Sichtbarkeit für ein kaum wahrnehmbares Denkmal

Bislang ist dieser Abschnitt der Wallanlagen der Öffentlichkeit nur wenig als bedeutendes Denkmal Schleswigs geläufig. Seine historische Bedeutung und sein Verlauf sind vor Ort nach Angaben der Stadt nur schwer erkennbar. Um das zu ändern, wurde im Jahr 2021 ein Freiraumkonzept zur Inwertsetzung des Nordwalls erstellt. Es sieht mehrere Bausteine vor, mit denen die Wahrnehmbarkeit des archäologischen Denkmals gestärkt, seine geschichtliche Bedeutung vor Ort vermittelt, die Aufenthaltsqualität der Grünanlage verbessert und zugleich Fuß- und Radwegeverbindungen entwickelt werden sollen.

Im Sommer 2026 begann die Neugestaltung des Umfelds zwischen den Straßen Holzredder und Am Alten Wall. Die Arbeiten sollen voraussichtlich im November 2026 abgeschlossen werden. Nach Angaben der Stadt wurden die Landschaftsarbeiten in dieser Woche vorläufig beendet. Dazu gehörten Wege, Plätze, die Pflasterung im Holzredder, Geländemodellierung sowie Ansaaten.

Geplante Elemente der Anlage

Zu den vorgesehenen Bestandteilen gehören:

  • eine Vermittlungsplattform mit Infotafel und einem Fenster in die Vergangenheit, das die ursprünglichen Dimensionen des Walls mit vorgelagerten Palisaden und Graben zeigen soll,
  • ein Aufenthaltsbereich mit Picknickplätzen unter Obstbäumen,
  • ein Fußweg entlang des Walls mit mehreren Zwischenstationen und neuem Blick auf das Denkmal,
  • eine Aufpflasterung im Holzredder zur Markierung des ehemaligen Wallverlaufs in der Straße,
  • sowie Ausstattungselemente wie Liegen, Bänke, Fahrradanlehnbügel und Abfalleimer.

Kosten und Förderung

Die Gesamtkosten der Maßnahme sind mit rund 500.000 Euro angesetzt. Gefördert wird das Projekt mit einer Förderquote von 80 Prozent aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sowie vom Land Schleswig-Holstein mit Mitteln zur Förderung von Vorhaben zur Stärkung des Binnenlandtourismus.

Das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein unterstützt die denkmalverträgliche Umsetzung des Projekts. Zudem übernimmt es die inhaltliche und grafische Erarbeitung der Infotafel und des Fensters in die Vergangenheit.

Weiterer Zeitplan

Für die Kalenderwochen 36 bis 40 ist die Produktion der Stahlbauteile vorgesehen. Ab der 41. Kalenderwoche sollen die Stahlbauarbeiten für den Vermittlungssteg mit Fenster in die Vergangenheit und die Nordwall-Stele beginnen. Hinzu kommen weitere Landschaftsbauarbeiten mit der Montage der Ausstattungselemente sowie Pflanz- und Restarbeiten. Der Abschluss der Arbeiten ist für Ende Oktober beziehungsweise Anfang November geplant.

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