BUND und GFN übernehmen Betreuung des Billetals
Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Landesverband Schleswig-Holstein e. V. und die Gemeinschaft für Fischereibiologie und Naturschutz Reinbek e. V. (GFN) übernehmen zum 1. Januar 2027 die ehrenamtliche Betreuung des Naturschutzgebiets „Billetal“. Die Übertragung durch das Landesamt für Umwelt des Landes Schleswig-Holstein (LfU) umfasst auch die deckungsgleichen Teilbereiche des FFH-Gebiets DE 2427-391 „Bille“ und des EU-Vogelschutzgebiets DE 2428-492 „Sachsenwald-Gebiet“.
Der Vertrag wurde am 19. Oktober 2026 in Reinbek unterzeichnet. Er gilt zunächst für drei Jahre. Verläuft die Betreuung zufriedenstellend, verlängert er sich automatisch jeweils um weitere sechs Jahre. Mitglieder beider Verbände engagieren sich bereits seit vielen Jahren in einer von der Stadt Reinbek betreuten Arbeitsgemeinschaft für den Erhalt des Billetals.
Aufgaben im Schutzgebiet
Die ehrenamtlichen Betreuer dokumentieren Entwicklungen und Veränderungen im Gebiet, wirken an Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen mit und überprüfen deren Erfolg. Außerdem informieren sie die Öffentlichkeit zu Schutzgebietsthemen und berichten dem LfU jährlich über ihre Arbeit.
Das Billetal erstreckt sich entlang der Bille zwischen Reinbek und Grande. Zum Gebiet gehören der Flusslauf mit Uferbereichen, Feuchtwiesen, Bruchwäldern und Röhrichten. Der Fluss, Steilufer, Altarme und Totholz bieten Lebensraum für zahlreiche Fischarten, darunter die geschützte Groppe. Uferbereiche mit Erlen- und Eschenbrüchen dienen Vögeln wie Eisvogel, Wasseramsel und Gebirgsstelze als Brut- und Rastgebiet.
Besucherdruck und sinkendes Grundwasser als Herausforderungen
Das Gebiet wird als Naherholungsraum zwischen Reinbek, Wentorf und Hamburgexterner Link, öffnet ein neues Fenster stark genutzt. Nach Angaben des LfU können Trittschäden an Ufern, Störungen brütender Vögel und freilaufende Hunde sensible Lebensräume beeinträchtigen. Zu den Betreuungsaufgaben zählt deshalb auch, Besucherinnen und Besucher auf die ausgewiesenen Wege zu lenken und für den Schutz des Gebiets zu sensibilisieren. Unterstützung erhalten die Ehrenamtlichen von Landesrangerinnen und Landesrangern des LfU, die seit 2024 regelmäßig im Billetal unterwegs sind.
Eine weitere Herausforderung sind langfristig sinkende Grundwasserstände im Einzugsgebiet der Bille. Feuchtwiesen und Bruchwälder sind auf hohe Grundwasserstände angewiesen; ein dauerhafter Rückgang kann ihre Verlandung oder den Übergang zu trockeneren Waldgesellschaften begünstigen. Die Betreuung soll deshalb auch die Grundwasserentwicklung beobachten und kritische Trends frühzeitig an die Wasserbehörden melden.
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