Jugendarbeitslosigkeit im Kreis Pinneberg steigt auf 6,9 Prozent

Der Fokusbericht 2026 sieht vor allem den Übergang von Schule in den Beruf als zentrale Herausforderung

Jugendarbeitslosigkeit im Kreis Pinneberg steigt auf 6,9 Prozent
Jugendarbeitslosigkeit im Kreis Pinneberg steigt auf 6,9 ProzentFoto: kreis-pinneberg.de

Im Kreis Pinneberg steigt die Zahl der Jugendlichen ohne Arbeit. Nach Angaben aus dem diesjährigen Fokusbericht des Kreises liegt die Jugendarbeitslosigkeit Ende Juli 2026 bei 6,9 Prozent. Der Bericht verweist zugleich auf frühzeitige und passgenaue Perspektiven in der Berufsorientierung als wichtigen Ansatz, um der Entwicklung entgegenzuwirken.

Der Fokusbericht ist als digitale Plattform angelegt und liefert Daten, Analysen und Einordnungen zur sozialen Lage im Kreis Pinneberg. In diesem Jahr steht dabei auch die Jugendarbeitslosigkeit im Mittelpunkt.

Übergang von Schule in den Beruf bleibt eine Hürde

Für viele junge Menschen im Kreis Pinneberg bleibt der Übergang von der Schule in den Beruf schwierig. Zwar gibt es weiterhin mehr Ausbildungsplätze als Bewerberinnen und Bewerber, doch die Differenz wird kleiner. Im Jahr 2023 waren es noch 570 Ausbildungsplätze, inzwischen sind es nur noch 140.

Als Gründe nennt der Bericht unter anderem, dass angebotene Ausbildungsplätze häufig nicht zu den Berufswünschen oder Qualifikationen der Jugendlichen passen. Hinzu kommen fehlende Schulabschlüsse, individuelle Problemlagen sowie der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in der Nähe des Arbeitsortes.

Ende 2025 lag die Jugendarbeitslosigkeit im Kreis Pinneberg bei 6,0 Prozent und damit über dem Landes- und Bundesdurchschnitt. Außerdem verließen 4,6 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Schule ohne allgemeinen Schul- oder Förderschulabschluss.

Unterstützung durch Kreis und Partner

Um junge Menschen früher und individueller zu unterstützen, setzt der Kreis gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern auf verstärkte Berufsorientierung und Beratung. Die Jugendberufsagentur bietet mit multiprofessionellen Teams gezielte Unterstützung an, insbesondere für Schülerinnen und Schüler mit herausfordernden Bildungsbiografien.

Das gemeinsam mit der Agentur für Arbeit und den Schulen entwickelte Konzept wurde 2025 an allen schulamtsgebundenen Schulen eingeführt und wird derzeit auf Grundlage erster Erfahrungen und Rückmeldungen der Jugendlichen ausgewertet. Parallel dazu intensiviert das Jobcenter seine Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit und den Jugendämtern, um junge Menschen möglichst früh auf dem Weg in Ausbildung und Beruf zu begleiten.

Der aktuelle Fokusbericht benennt darüber hinaus weitere Entwicklungen von sozialpolitischer Bedeutung im Kreis Pinneberg, darunter die zunehmende Alterung der Bevölkerung, den Fachkräftemangel, einen stark angespannten Wohnungsmarkt sowie steigende Unterstützungsbedarfe in verschiedenen sozialen Leistungsbereichen. Nach Angaben des Kreises kann der Bericht für politische Beratungen, fachliche Konzeptentwicklungen und Förderanträge genutzt werden.

Der Bericht und weiterführende Informationen, auch zu weiteren sozialpolitischen Handlungsfeldern, sind online abrufbar unter https://www.fokus-pi.de/fokus-2026.

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