Flensburg lädt am 19. November zum Dialog über NS- und Nachkriegsgeschichte

Beim Dialogtag am 19. November können Menschen in Flensburg über den Umgang mit der NS- und Nachkriegsgeschichte diskutieren.

Von Presse-Service.de1 Min. Lesezeit

Wie soll Flensburg an seine NS- und Nachkriegsgeschichte erinnern? Darüber können Bürgerinnen und Bürger am 19. November von 17 bis 19 Uhr bei einem offenen Dialogtag sprechen. Die Veranstaltung findet in der Bürgerhalle des Rathauses statt und steht Menschen jeden Alters offen. Historisches Vorwissen ist nicht erforderlich.

In einem offenen Stationsgang gibt es Impulse zu Orten und Themen der Flensburger NS- und Nachkriegsgeschichte. Teilnehmende entscheiden selbst, wo sie sich aufhalten, wie lange sie bleiben und auf welche Weise sie sich beteiligen. Gedanken und Fragen können aufgeschrieben, gestaltet, eingesprochen oder im Gespräch geteilt werden. Zum Format gehören auch haptische und bewegungsorientierte Zugänge. Niemand muss sich äußern; auch eine stille Teilnahme ist möglich. Unterschiedliche Perspektiven, Fragen und Erfahrungen sind ausdrücklich erwünscht.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem Flensburg als Ort der letzten Reichsregierung des NS, die Grenzlage zu Dänemark, die „Rattenlinie Nord“ sowie die Bedeutung der Stadt als Marine- und Verwaltungsort. Thematisiert werden sollen auch die späte und zögerliche Aufarbeitung der NS-Verbrechen und Kontinuitäten nach 1945. Die Beteiligung steht unter demokratischen und menschenrechtlichen Grundsätzen. Menschenfeindliche, antisemitische, rassistische und rechtsextreme Äußerungen sowie Äußerungen, die die nationalsozialistischen Verbrechen relativieren, werden nicht als gleichberechtigte Perspektiven behandelt.

Eine Projektgruppe aus zwei Studentinnen der Europa-Universität Flensburg, begleitet durch das Stadtarchiv, wird die Beiträge dokumentieren und auswerten. Die Ergebnisse sollen zeitnah öffentlich zugänglich gemacht werden und in die weitere Konzeption eines Vermittlungszentrums zur Aufarbeitung der Flensburger NS- und Nachkriegsgeschichte einfließen. Am Vormittag des 20. November wird der Dialog mit ausgewählten Schulklassen fortgesetzt.

Der Dialogtag ist keine abschließende historische Bestandsaufnahme, sondern der Auftakt zu einem längerfristigen gemeinsamen Prozess.

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