Husumer Grundschulpläne werden neu bewertet

Husum beziffert das Raumdefizit an den Grundschulen nach neuer Richtlinie auf rund 140 statt 1.400 Quadratmeter.

Von Husums Redaktion2 Min. Lesezeit

Die Stadt Husum bewertet ihre Planungen für die Grundschulstandorte neu. Veränderte Schülerzahlen und Rahmenbedingungen sowie eine überarbeitete Schulbau-Richtlinie fließen in den aktuellen Sachstand ein, den die Verwaltung am 6. Oktober im Ausschuss für Schule, Kultur und Sport vorstellte.

Nach der neuen Muster-Schulbau-Richtlinie beträgt das räumliche Defizit rund 140 Quadratmeter. Nach der bisherigen Richtlinie waren es rund 1.400 Quadratmeter. Die Verwaltung hält es für möglich, den verbleibenden Bedarf durch Doppelnutzung abzudecken.

Als weitere veränderte Rahmenbedingungen nennt die Stadt die Einschätzung, dass der Wohnungsbau mehr ältere Generationen als Familien mit Kindern anzieht. Die ursprünglich erwartete Ansiedlung von Northvolt und weiteren Zulieferunternehmen entfällt. Auch der Zuzug von Geflüchteten sei deutlich geringer als angenommen. Zudem berücksichtigt die Verwaltung aktuelle Geburtenzahlen und Prognosen zu künftigen Schulanfängerinnen und Schulanfängern.

Betreuungsbereich an der Iven-Agßen-Schule hat Vorrang

An der Iven-Agßen-Schule soll zunächst der Ausbau des Betreuungsbereichs der Offenen Ganztagsschule (OGS) Vorrang haben. Die geplante Erweiterung auf eine Dreizügigkeit wird vorerst zurückgestellt.

Für die Bürgerschule wird eine dreizügige Sanierung und ein Umbau des historischen Bestandsgebäudes am bisherigen Standort geprüft, verbunden mit einer Erweiterung des OGS-Bereichs. Damit müsste der bisherige Beschluss für einen vierzügigen Neubau im Nordwesten der Stadt aufgehoben werden.

Bürgerschule: Sanierung oder Neubau?

Für eine Sanierung sprechen aus Sicht der Verwaltung die bekannten räumlichen Gegebenheiten und Funktionen des Gebäudes. Das Raumprogramm könnte an die vorhandenen Strukturen und den Bedarf angepasst werden. Zudem ließe sich bestehende Bausubstanz weiter nutzen, was den Ressourcenverbrauch reduzieren könnte. Auch die Verbundenheit mit dem historisch geprägten Schulstandort wird als Argument für den Erhalt genannt.

Ein Neubau könnte nach einem festgelegten Raumprogramm und heutigen Anforderungen geplant werden, sofern die dafür nötigen Rahmenbedingungen erfüllt sind. Die geschätzten Kosten liegen bei rund 45 Millionen Euro für einen Neubau und rund 13 Millionen Euro für die Sanierung des Bestandsgebäudes. Mit einem Neubau wäre laut Verwaltung außerdem ein höherer Rohstoffverbrauch verbunden.

Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen. Der Ausschuss für Schule, Kultur und Sport soll den Sachstand am 10. November in einer zusätzlichen Sitzung erneut beraten. Für die reguläre Sitzung am 17. November ist ein Empfehlungsbeschluss vorgesehen. Auf dieser Grundlage kann das Stadtverordnetenkollegium über das weitere Vorgehen beraten und entscheiden.

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