Gesamtverteidigung im Blick: zivile und militärische Kräfte im Zusammenspiel
Sicherheitspolitischer Empfang in Schleswig mit Fokus auf „Operationsplan Deutschland“ und Krankenhausversorgung

Wie können zivile und militärische Kräfte gemeinsam handlungsfähig bleiben und ihren Beitrag zur Sicherheit Deutschlands leisten? Mit dieser Frage befasste sich am Montagabend, 7. September, der Sicherheitspolitische Empfang im Ständesaal des Rathauses Schleswig.
Rund 70 Gäste folgten der Einladung der Stadt Schleswig, des Arbeitskreises Reserveoffiziere Schlei-Förde im Verband der Reservisten der Bundeswehr e. V. und der Gesellschaft für Sicherheitspolitik.
Gesamtverteidigung als gemeinsame Aufgabe
Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Jonas Kähler führte Dr. Ingmar Soll, Vorsitzender des Arbeitskreises Reserveoffiziere Schlei-Förde, in das Thema ein. Er erläuterte den Aufbau der Gesamtverteidigung, die sich in zivile und militärische Verteidigung gliedert.
Zur zivilen Verteidigung gehören demnach unter anderem die Aufrechterhaltung der Staats- und Regierungsfunktionen, der Zivilschutz sowie die Versorgung der Bevölkerung und die Unterstützung der Streitkräfte. Die militärische Verteidigung umfasst die nationale territoriale Verteidigung sowie die Bündnisverteidigung im In- und Ausland.
Krankenhausversorgung im Fokus
Im Mittelpunkt des Abends standen die aktuellen Anforderungen an die Krankenhausversorgung im Rahmen des „Operationsplans Deutschland“. Staatssekretär Dr. Olaf Tauras aus dem Ministerium für Justiz und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein beleuchtete in seiner Keynote die Frage, wo die Krankenhausversorgung im Bündnis- und Verteidigungsfall derzeit steht.
Flottillenarzt Oesemann vom Schifffahrtmedizinischen Institut der Marine stellte anschließend die militärischen Anforderungen und Herausforderungen sowie mögliche Szenarien in den Mittelpunkt.
Der Operationsplan Deutschland umfasst die Unterstützung der Streitkräfte, die nationale territoriale Verteidigung und die Bündnisverteidigung im Inland. In den Vorträgen ging es unter anderem um die Resilienz und Herausforderungen des Gesundheitssystems, die Krankenhausversorgung und die Bedeutung ziviler Versorgungsstrukturen im Krisenfall. Auch hybride Angriffe und deren Auswirkungen wurden thematisiert.
Offene Diskussion und Austausch
Unter der Moderation von Kapitän zur See a. D. Dirk Peddinghaus stellten sich beide Referenten zunächst konkreten Fragen, bevor die Diskussion für das Publikum geöffnet wurde. Dabei zeigte sich nach Angaben der Veranstalter, dass sich die Perspektiven von Land und Bundeswehr in vielen Punkten ergänzten. Gleichzeitig blieben Fragen offen, beispielsweise zur Finanzierung im Bündnis- und Verteidigungsfall.
„Der Abend hat gezeigt, wie wichtig es ist, sicherheitspolitische Fragen gemeinsam und über Zuständigkeitsgrenzen hinweg zu betrachten. Es gibt dabei keine einfachen Lösungen – umso wichtiger ist der offene Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren“, so Bürgermeister Jonas Kähler.
Zum Abschluss wurde der fachliche Austausch bei einem gemeinsamen Imbiss und Getränken fortgesetzt. Die Gäste nutzten die Gelegenheit, die Diskussion in persönlichen Gesprächen zu vertiefen.
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