Norderstedt streicht Rotbuchen weiß an
Am Steindamm sollen die Stämme nach Baumuntersuchungen vor Sonnenbrand und weiteren Schäden geschützt werden.
Im Bereich Steindamm/Hans-Friedrich-Dibbern-Straße in Norderstedt werden Rotbuchen mit einem weißen Stammanstrich versehen. Hintergrund sind Ergebnisse aktueller Baumuntersuchungen, die Zweifel an der Bruchsicherheit einzelner Bäume ergeben haben. Die Maßnahme dient dem Schutz der freigestellten Stämme nach einem Eingriff in die Baumkronen.
Ausgangslage am Steindamm
Auf dem städtischen Grundstück befinden sich insgesamt sieben Bäume. Regelmäßige Baumkontrollen hatten bei einigen von ihnen Zweifel an der Bruchsicherheit ausgelöst. Daraufhin wurde ein externer Sachverständiger mit einer eingehenden Untersuchung beauftragt.
Das Ergebnis fiel eindeutig aus: Die Bäume sind nicht verkehrssicher. Um Groß-Höhlungen in den Stämmen zu erhalten, wurden Kronen entfernt. Dadurch wurden die Stämme von zwei Nachbarbäumen plötzlich freigestellt und direkt der Sonne ausgesetzt.
Warum die Rotbuchen gestrichen werden
Die betroffenen Bäume sind Rotbuchen. Diese gehören zu den dünnborkigen, glattrindigen Baumarten und reagieren deshalb besonders empfindlich auf starke Sonneneinstrahlung. Wird eine zuvor geschützte Buche plötzlich freigestellt, kann es an vormals beschatteten Stammpartien zu Schäden kommen.
Besonders betroffen sind nach Süd- und Südwesten zeigende Bereiche. Dort kann die Rinde teilweise absterben, aufplatzen oder abblättern. Als Ursache wird ein Sonnenbrand beschrieben, der durch intensive Sonneneinstrahlung und die damit verbundene starke Erhitzung von Rinde und Kambium entsteht.
Folgen für Rinde und Stamm
Durch die Belastung werden tiefere Rindenzellen sowie das Kambium geschädigt. In der Folge können mehr oder weniger große Bereiche absterben. Bei großflächigen Schäden besteht zudem die Gefahr, dass holzzerstörende Pilze über Wunden eindringen und Fäule im betroffenen Ast oder im Stamm verursachen. Dadurch kann die Bruchsicherheit weiter beeinträchtigt werden.
Schutz durch weißen Anstrich
Um solche Sonnenbrandschäden nach der Freistellung zu vermeiden, werden an freigestellten Stämmen weiße Farbanstriche vorgenommen. Genau das geschieht nun auch im Bereich Steindamm/Hans-Friedrich-Dibbern-Straße.
Der Anstrich bleibt zunächst auf der Rinde. Mit der Zeit vergraut der Belag, wird von Algen bewachsen und reißt durch das Dickenwachstum des Stammes auf. Dadurch nimmt der Schutz vor Sonnenlicht allmählich ab, während sich der Baum schrittweise an die Strahlung gewöhnt.
Einordnung der Maßnahme
Die jetzige Behandlung der Rotbuchen ist damit vor allem eine vorsorgliche Maßnahme im Zuge der Baumkontrolle und der notwendigen Eingriffe in den Bestand. Ziel ist es, die freigestellten Stämme vor zusätzlicher Belastung zu schützen und Folgeschäden an Rinde und Holz möglichst zu vermeiden.
Die Mitteilung macht zugleich deutlich, wie eng Baumstatik, Sonneneinstrahlung und die Empfindlichkeit bestimmter Arten zusammenhängen. Im konkreten Fall soll der weiße Stammanstrich helfen, den Übergang nach der Freistellung abzufedern.
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