Norderstedt ruft dazu auf, Stadttauben nicht zu füttern
Die Stadt verweist auf mögliche Gesundheits- und Folgeschäden sowie auf Verschmutzungen; Ehrenamtliche kontrollieren bereits an zwei Stellen und ersetzen Eier regelmäßig durch Kunsteier.

Die Stadt Norderstedt ruft zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Stadttauben auf und appelliert, die Tiere nicht zu füttern. Anlass ist ein Hinweis aus der Bürgerschaft während der Sommertour von Oberbürgermeisterin Katrin Schmieder auf den Wochenmärkten der Stadt. Nach Angaben der Verwaltung schadet Fütterung den Tieren langfristig mehr, als sie ihnen hilft.
Auch Lebensmittelreste oder anderes Futter sollten nach Angaben der Stadt nicht für Tauben zugänglich sein. Ein dauerhaftes und reichliches Nahrungsangebot könne dazu führen, dass sich Stadttauben in großer Zahl an einzelnen Orten sammeln und zunehmend von diesen Futterquellen abhängig werden. Gleichzeitig fehlten häufig geeignete Brut- und Ruheplätze. Als mögliche Folgen nennt die Stadt Konkurrenz, Stress sowie eine erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten und Parasiten. Besonders für Jungtiere seien solche Bedingungen problematisch.
Belastung für Stadtbild und Materialien
Große Taubenansammlungen können zudem zu Verschmutzungen von Gehwegen, Plätzen und Gebäuden durch Kot und Federn führen. Die Stadt weist darauf hin, dass insbesondere krankhaft veränderter Kot Materialien wie Naturstein und Metall angreifen und dadurch zusätzlichen Reinigungs- und Instandhaltungsaufwand verursachen kann. Das Gesundheitsrisiko durch freilebende Stadttauben sei nach allgemeiner Einschätzung zwar vergleichsweise gering, dennoch sollten größere Ansammlungen und die damit verbundenen hygienischen Belastungen möglichst vermieden werden.
Betreuung an zwei Stellen
In Norderstedt werden Stadttauben an zwei Stellen von ehrenamtlichen Tierschützerinnen und Tierschützern kontrolliert mit Futter versorgt. Eine zusätzliche Fütterung ist nach Angaben der Stadt daher nicht erforderlich. Außerdem werden in Nestern die Eier regelmäßig durch Kunsteier ausgetauscht, um eine unkontrollierte Vermehrung und das damit verbundene Tierleid zu vermeiden. Ziel sei ein verträglicher Bestand und ein möglichst konfliktarmes Miteinander von Menschen und Stadttauben.
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