Kreisverwaltung prüft Neuordnung der Standorte in Schleswig
Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen laufen: Bürgercampus Schleswig steht derzeit im Fokus
Die Kreisverwaltung denkt ihre Standorte in Schleswig neu. Hintergrund ist eine historisch gewachsene Struktur: Die Verwaltung ist derzeit auf insgesamt 12 Standorte im Schleswiger Stadtgebiet verteilt. Nach Angaben der Kreisverwaltung reicht die Kapazität des bestehenden Kreishauses nicht aus, um alle Bereiche dort unterzubringen.
Die Aufteilung auf viele Standorte bringt aus Sicht der Verwaltung mehrere Nachteile mit sich. Für Bürgerinnen und Bürger erschweren unterschiedliche Anlaufstellen die Orientierung, innerhalb der Verwaltung sind Zuständigkeiten räumlich getrennt. Das kann Abstimmungswege verlängern. Zugleich verursacht der Betrieb zahlreicher Standorte einen hohen organisatorischen und wirtschaftlichen Aufwand und lässt nur wenig Spielraum für künftige Entwicklungen.
Ziel der aktuellen Überlegungen ist deshalb eine möglichst weitgehende Standortkonzentration. Dadurch sollen klarere Anlaufstellen entstehen und die Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung gestärkt werden. Die Kreisverwaltung verweist dabei auf die Bedeutung einer besseren Vernetzung der Fachbereiche, die Abstimmungen vereinfachen, Prozesse beschleunigen und die Qualität der Dienstleistungen für Bürgerinnen und Bürger weiter verbessern könne. Digitale Angebote und persönliche Beratung sollen sich ergänzen.
Drei Varianten werden geprüft
Im Rahmen von Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen hat der Kreis verschiedene Szenarien für die künftige Unterbringung der Verwaltung erarbeitet und miteinander verglichen. Im Fokus stehen drei Varianten:
Bestandsoptimierung
Bei dieser Variante wird das bestehende Kreishaus optimiert und die vorhandenen Liegenschaften werden künftig stärker und effizienter genutzt. Der Schwerpunkt liegt auf den kreiseigenen Standorten rund um die Moltkestraße.
Bürgercampus Schleswig
Auch hier wird das bestehende Kreishaus optimiert. Zusätzlich ist am heutigen Standort ein Neubau vorgesehen. Der Schwerpunkt liegt auf einem Anbau entlang der Flensburger Straße, damit möglichst viele Verwaltungsbereiche an einem zentralen Standort gebündelt werden können.
Zwei-Standorte-Lösung
Bei dieser Lösung wird das bestehende Kreishaus ebenfalls optimiert und durch den Neubau eines Dienstleistungszentrums an einem zweiten Standort ergänzt. Voraussetzung dafür ist der Erwerb eines geeigneten Grundstücks.
Ein vollständiger Neubau sowie ein „Weiter wie bisher“ wurden ebenfalls untersucht. Beide Alternativen haben sich aus wirtschaftlicher Sicht als nicht tragfähig erwiesen und werden daher nicht weiterverfolgt.
Bürgercampus derzeit im Vordergrund
Nach der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung bietet der Bürgercampus Schleswig derzeit besonders gute Voraussetzungen, um die angestrebte Standortkonzentration mit einer modernen und flexiblen Verwaltungsstruktur zu verbinden. Er steht deshalb aktuell im Fokus der weiteren Betrachtungen.
Sollte sich die Politik für den Bürgercampus aussprechen, ist für die schrittweise Optimierung des Kreishauses ein Gesamtumsetzungsbudget von rund 19 Millionen Euro vorgesehen. Für den Anbau sind weitere rund 33 Millionen Euro eingeplant. Das Kostenvolumen läge damit insgesamt bei rund 52 Millionen Euro.
Mit den Abmietungen der bisherigen Liegenschaften im Schleswiger Stadtgebiet wäre diese Lösung bereits 2031 haushaltsneutral. Ab dann würden jährlich rund 2,3 Millionen Euro an Miet- und Bewirtschaftungskosten eingespart, sodass die Abschreibungen und Zinsen ausgeglichen würden. Nach 19 Jahren hätte sich das Projekt amortisiert und würde den Kreishaushalt, gerechnet auf 40 Jahre Nutzungsdauer, um 62 Millionen Euro entlasten.
Zudem könnten durch eine optimierte Flächennutzung der Flächenbedarf um rund 37 Prozent und der Energiebedarf um etwa 46 Prozent reduziert werden. Nach Angaben der Kreisverwaltung würden damit auch die laufenden Bewirtschaftungskosten deutlich sinken.
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