Katastrophenschutzübung auf dem Standortübungsplatz Christianshöh

Rendsburg-Eckernförde übt mit 2. Brandschutzbereitschaft Schleswig-Holstein und Löschzug-Gefahrgut eine CBRN-Lage mit rund 120 ehrenamtlichen Einsatzkräften

Person trägt Ganzkörperschutzanzug mit Atemschutz und Maske bei einer Übung zum CBRN-Schutz.
Person in vollständiger Schutzausrüstung bei einer Katastrophenschutz-Übung.Foto: kreis-rd.deBild 1 von 5

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde hat am Samstag, 12. September 2026, gemeinsam mit der 2. Brandschutzbereitschaft Schleswig-Holstein und dem Löschzug-Gefahrgut des Kreises eine umfangreiche Katastrophenschutzübung auf dem Standortübungsplatz Christianshöh bei Eckernförde durchgeführt. An der Übung beteiligten sich rund 120 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus dem Brand- und Katastrophenschutz.

Geübt wurde eine CBRN-Lage nach Vegetationsbrand

Ausgangspunkt war ein ausschließlich für die Übung entwickeltes Szenario. Nach einem Vegetationsbrand wurde angenommen, dass ein festgelegter Bereich mit Gefahrstoffen belastet sei. Die Einsatzkräfte sollten den Bereich kennzeichnen und sichern, Menschen aus dem Gefahrenbereich bringen, kleinere Brandstellen bekämpfen und anschließend Menschen sowie Fahrzeuge dekontaminieren. Eine Gefahr für die Bevölkerung oder die Umwelt bestand zu keinem Zeitpunkt.

Bei solchen sogenannten CBRN-Lagen, früher als ABC-Lagen bezeichnet, geht es um Gefahren durch chemische, biologische, radiologische oder nukleare Stoffe. Der Katastrophenschutz bereitet sich nach Angaben des Kreises unabhängig von aktuellen Ereignissen auf diese und andere mögliche Schadenslagen vor. Im Mittelpunkt der Übung standen sichere Arbeitsabläufe, das Zusammenspiel verschiedener Einheiten und der Schutz der eingesetzten Kräfte.

Schutzausstattung und praktische Abläufe im Fokus

Die 2. Brandschutzbereitschaft setzt sich aus Einsatzkräften verschiedener Feuerwehren zusammen. Die Kräfte reisten am Morgen gesammelt aus Gettorf an, der Löschzug-Gefahrgut kam aus Rendsburg. Vor Ort erhielten die Teilnehmenden eine Einweisung in die persönliche Schutzausstattung für CBRN-Gefahren. Diese Ausstattung gehört nicht zur regulären Ausrüstung und besteht aus einem Ganzkörperschutzanzug, einer Maske und entsprechenden Atemschutzfiltern.

Im praktischen Teil der Übung sicherte und markierte ein Einsatz-Zug den Gefahrenbereich. Ein weiterer Zug evakuierte unter Schutzkleidung Übungsdarstellende und bekämpfte den Brand. Weitere Ehrenamtliche unterstützten den Löschzug-Gefahrgut beim Aufbau und Betrieb eines Dekontaminationsplatzes für Personen und Fahrzeuge. Eine Drohnenstaffel überwachte das Gelände aus der Luft und unterstützte die Leitung mit Lageinformationen.

Da die Einsatzkräfte in der Brandschutzbereitschaft nicht ständig zusammenarbeiten und teilweise andere Funktionen haben als in ihrer heimatlichen Feuerwehr, lag ein weiterer Schwerpunkt auf Führung und Dokumentation, Sprechfunk unter Schutzausstattung, Orientierung nach Karte und Koordinaten sowie der Versorgung der Beteiligten. Zum Abschluss wurden die eingesetzten Kräfte und Fahrzeuge in der eingerichteten Dekontaminationsstelle gereinigt.

Land und Kreis investieren in Ausstattung und Ausbildung

Bund, Land und Kreis investieren nach Angaben des Kreises fortlaufend in moderne Fahrzeuge, Ausstattung und persönliche Schutzausrüstung. Bei der Übung kam unter anderem neue, vom Kreis bereitgestellte CBRN-Schutzausstattung zum Einsatz. Ziel ist es, die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer bestmöglich zu schützen und ihnen auch bei langen und anspruchsvollen Einsätzen sichere, verlässliche und möglichst gute Arbeitsbedingungen zu bieten.

Landrat Ingo Sander dankte den Beteiligten für ihr Engagement und betonte die Bedeutung gemeinsamer Ausbildung und zeitgemäßer Ausstattung. Die Übungsleitung um Rainer Kersten zog ebenfalls ein positives Fazit. Nach ihren Angaben wurden die Erwartungen erfüllt, die Motivation der Teilnehmenden sei hervorragend gewesen, und die Zusammenarbeit zwischen der 2. Brandschutzbereitschaft und dem Löschzug Gefahrgut habe sehr gut funktioniert.

Wer sich für ein ehrenamtliches Engagement interessiert und anderen Menschen konkret helfen möchte, findet nach Angaben des Landrats in den Freiwilligen Feuerwehren und Hilfsorganisationen im Kreis Rendsburg-Eckernförde vielfältige Aufgaben und eine starke Gemeinschaft. Neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter sind willkommen.

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