Mahnmal „Opfer aller Kriege“ im Husumer Schlosspark wird umfassend restauriert
Arbeiten beginnen in der kommenden Woche und sind bis Ende Oktober geplant, um ein wichtiges Zeugnis der Stadtgeschichte zu erhalten.

Das Mahnmal für die „Opfer aller Kriege“ im Husumer Schlosspark wird in den kommenden Monaten umfassend restauriert. Nach Angaben der Stadt soll damit ein bedeutendes Zeugnis der Husumer Stadtgeschichte erhalten bleiben.
Ein Denkmal mit langer Geschichte
Das Mahnmal erinnert an die Opfer aller Kriege und gehört seit vielen Jahrzehnten zum Schlosspark. Es steht für das Gedenken an die Folgen von Krieg, Gewalt und Zerstörung.
Die Idee für eine zentrale Gedenkstätte entstand bereits Anfang der 1950er Jahre. Vertreter der Stadt, des Kreises, des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, des Soldatenbundes, des Heimkehrverbandes und der Kirchengemeinde berieten damals über einen geeigneten Ort für ein Mahnmal, das an die Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnern sollte. Nach verschiedenen Vorschlägen fiel die Entscheidung auf den heutigen Standort im Schlosspark.
Entworfen wurde das Denkmal vom Husumer Architekten H. J. Feddersen, die künstlerische Gestaltung übernahm der Bildhauer Siegfried Assmann. Eingeweiht wurde es am Volkstrauertag, dem 17. November 1963. Propst Petersen sprach damals von einer „tapferen Entscheidung“, weil sich das Denkmal bewusst nicht an den zu jener Zeit üblichen Vorstellungen eines Mahnmals orientierte.
In die Gesamtanlage einbezogen wurde zugleich die bereits vorhandene Skulptur „Die Trauernde“, die an die Opfer des Ersten Weltkriegs erinnert. Das Gedenken sollte damit nicht auf einen einzelnen Krieg beschränkt bleiben, sondern an alle Kriege erinnern, sowohl vergangene als auch zukünftige.
Restaurierung mit Fördermitteln
Heute ist das Mahnmal als Kulturdenkmal in der Denkmaldatenbank Schleswig-Holsteins eingetragen. Das Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein unterstützt die anstehende Restaurierung mit Fördermitteln in Höhe von 30.000 Euro.
Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf rund 78.000 Euro.
Ablauf der Arbeiten
Die Restaurierungsarbeiten beginnen in der kommenden Woche. Zunächst wird der Zustand des Denkmals umfassend untersucht. Geplant sind außerdem eine fotografische Dokumentation, die genaue Vermessung, Materialuntersuchungen und Sondierungen.
Anfang September sollen die Ergebnisse ausgewertet und die weiteren Maßnahmen vorbereitet werden. Die eigentlichen Restaurierungsarbeiten sind anschließend bis Ende Oktober vorgesehen. Voraussetzung dafür ist, dass die Wetterbedingungen die Arbeiten zulassen.
Gestaltung des Mahnmals
Im Mittelpunkt steht eine Figur mit erhobenem Arm. Sie steht auf einem Sockel, der an eine explodierende Granate erinnert. Zu ihren Füßen liegen gefallene Menschen. Der Künstler wollte mit dieser Darstellung die Schrecken des Krieges sichtbar machen. In seinen eigenen Worten beschrieb er das Werk als „einen Aufschrei und ein Flehen“.
Die zerbrochenen Formen des Sockels symbolisieren zerstörte Körper und die Folgen von Krieg und Gewalt.
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