Endlich geht's los: Abriss des Nordseehotels am Dockkoog
Nach sieben Jahren Stillstand startet der Rückbau zur Deichsicherung – Campingplatz soll modernisiert werden

Nach über sieben Jahren Stillstand gibt es Bewegung am Dockkoog in Husum: Das ehemalige Nordseehotel, das seit dem Brand im Januar 2018 als Ruine am Deich steht, wird abgerissen. Einen entsprechenden Vertrag haben die Stadt Husum, Erbpachtnehmer Manfred Clormann sowie der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN.SH) nun unterzeichnet.
Durchbruch nach langem Stillstand
Bürgermeister Martin Kindl betonte die Bedeutung des Geländes für viele Menschen und erklärte, dass die Lösung dieses festgefahrenen Themas für ihn höchste Priorität hatte. Seit seinem Amtsantritt vor zwei Jahren machte er die Gespräche zur Chefsache und führte sie erfolgreich gemeinsam mit allen Beteiligten fort. Seine Initiative und das einheitliche Vorgehen der lokalen Politik ermöglichten letztlich die Einigung.
„Für mich persönlich war es eines der wichtigsten Anliegen, hier endlich eine gemeinsame Lösung zu finden.“ — Martin Kindl
Vertragliche Einigung: Wer trägt die Kosten?
Der Abriss des Gebäudes wird sowohl von der Stadt Husum als auch vom Landesbetrieb finanziell mitgetragen. Zudem kauft LKN.SH das mit dem Grundstück verbundene Erbbaurecht zum gutachterlich bestimmten Restwert zurück. Über konkrete Summen wurde Stillschweigen vereinbart.
Birgit Matelski, Direktorin des LKN.SH, lobte die Zusammenarbeit und äußerte sich zufrieden über das erzielte Ergebnis. Sie betonte, dass die Lösung die Interessen aller Parteien sowie die Anforderungen des Küstenschutzes verbindet. Der fachliche Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landesbetrieb haben maßgeblich zum Erfolg der Verhandlungen beigetragen.
„Unsere vertrauensvolle Zusammenarbeit hat am Ende zu diesem guten Ergebnis geführt.“ — Birgit Matelski
Rückbau und Deichsicherheit im Fokus
Mit dem Abriss soll voraussichtlich bereits im Herbst begonnen werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Deichsicherheit: Auch das Kellergeschoss und das Fundament, die teilweise im Deich liegen, werden vollständig entfernt – von der Deichkrone bis ins Gebäude. Ob die Brücke am Gelände ebenfalls bereits vor dem eigentlichen Abriss entfernt werden kann, ist noch offen.
Manfred Clormann, der Erbpachtnehmer des Areals, zeigte sich erleichtert über die Einigung und verwies auf die fachliche Unterstützung durch den LKN.SH beim Rückbau. Dies ist insbesondere mit Blick auf die ab Herbst erwartete Sturmflutsaison von Bedeutung, da die Sicherheit des Deichs während der Arbeiten gewährleistet bleiben muss.
„Ich bin froh, dass dieses Kapitel nun abgeschlossen ist und sich alle Beteiligten einvernehmlich geeinigt haben.“ — Manfred Clormann
Neuausrichtung: Keine Hotelpläne mehr
Bereits Ende des vergangenen Jahres hat sich die Stadt Husum dafür entschieden, das Projekt „Hotelneubau“ nicht weiterzuverfolgen. Stattdessen soll der benachbarte Campingplatz künftig modernisiert und ausgebaut werden. Dies bedeutet für die Region einen klaren Fokus auf familienfreundlichen und nachhaltigen Tourismus.
Küstenschutz bleibt Kernaufgabe
Der rund 1,3 Kilometer lange Deich am Dockkoog ist bereits im Generalplan Küstenschutz des Landes Schleswig-Holstein enthalten. Mit seiner Höhe von derzeit 8,2 Metern über dem Meeresspiegel und dem Baujahr 1964 erfüllt er die Voraussetzungen für eine künftige Verstärkungsmaßnahme. Wann diese konkret umgesetzt wird, steht jedoch noch nicht fest.
Mit dem anstehenden Abriss der Brandruine beginnt für Husum und den Dockkoog ein neues Kapitel. Während die Details zum weiteren Ausbau des Campingplatzes noch erarbeitet werden, steht fest: Die Region rückt zusammen, um wichtige Infrastruktur zu sichern und gleichzeitig Perspektiven für Erholung und Naturschutz zu schaffen.
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